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Sismos, Sismos, Kommunismos – Das Sommercamp 2009 in Griechenland

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31. März 2026

Sismos, Sismos, Kommunismos – Das Sommercamp 2009 in Griechenland

Sismos, Sismos – Kommunismos (Erdbeben – Kommunismus) – eine Parole, die wohl den meisten TeilnehmerInnen des diesjährigen Camps der IV. Internationale noch lange in den Ohren klingen wird. Vom 25. bis zum 31. Juli kamen knapp 500 Jugendliche aus über 22 Ländern zum 26. Sommercamp der IV. Internationale zusammen.

Im Unterschied zu den Ländern, in denen das Camp in den letzten Jahren stattgefunden hat, wie Italien, Frankreich oder dem Spanische Staat, gibt es in Griechenland nur eine relativ kleine Sektion der IV. Internationale. Die­se Organisation mit dem Namen OKDE-Spartakos organisierte das Camp zusammen mit Kokkino (zu deutsch „Rot“), einer mit der IV. Internationale befreundeten, ebenfalls linksradikalen griechischen Organisation. Beide Organisationen haben in den letzten Jahren zahlreiche gemeinsame Kämpfe geführt und so entwickelte sich die Idee, auch gemeinsam das Camp in Griechenland vorzubereiten.

Aufgrund der geographischen Nähe war es dieses Mal auch Menschen aus Osteuropa möglich, an einem Camp der IV. Internationale teilzunehmen. In den vergangenen Jahren verhinderten die enormen Reisekosten oft eine solche Teilnahme. Durch geringere Fahrtkosten und einen für sie reduzierten Teilnahmebeitrag in diesem Jahr beteiligten sich u.a. GenossInnen aus Kroatien, Polen Russland und Weißrussland.
Diskussion zu Sexismus und Homophobie
Inhaltlich waren diesmal der Tag zu „Frauen in der Krise“ und der Tag zu „Sexueller Unterdrückung und Gender-Fragen“ von besonderer Bedeutung. Noch stärker als in anderen Ländern haben die GenossInnen aus Griechenland gegen einen weit verbreiteten Sexismus nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern auch in der radikalen Linken zu kämpfen. So berichteten sie u.a. davon, dass es auf linken Demonstrationen durchaus üblich ist, dass Linke die Polizei in Sprechchören mit weiblichen Geschlechtsteilen beleidigen. Homophobes, sexistisches Verhalten auf Demonstrationen und in linken Organisationen ist aber nicht nur in Griechenland stark verbreitet. So drehten sich viele Diskussionen auf dem Camp auch darum, wie dem in den jeweiligen Ländern entgegen zu treten ist.
Viele auf dem Camp geführte Diskussionen sollen nun weitergeführt werden. Auch einige konkrete Absprachen zwecks gemeinsamer Mobilisierung z.B. nach Kopenhagen im Dezember wurden getroffen. Anlässlich des Weltklimagipfels wird es eine breite internationale Mobilisierung geben, zu der die GenossInnen aus Dänemark eingeladen haben.

Bis zum nächsten Camp, das in Italien stattfinden wird, gibt es also noch genügend Möglichkeiten auf internationaler Ebene zu diskutieren und gemeinsam zu kämpfen.

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Bericht vom Camp 2009 in Griechenland – geschrieben von GenossInnen der BFS (Schweiz)

26. Sozialistisches Sommercamp

Vom 25. – 31. Juli tra­fen sich über 500 junge Ak­ti­vis­tin­nen und Ak­ti­vis­ten aus zahl­rei­chen Län­dern im So­zia­lis­ti­schen Som­mer­camp der IV. In­ter­na­tio­na­len. Eine Woche an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­scher Frei­raum in Mo­los­si (Grie­chen­land).

An­fangs Juni wäre es noch un­mög­lich ge­we­sen, sein Zelt auf dem Camp­ge­län­de auf­zu­stel­len. Über sechs Wo­chen rei­nig­ten die grie­chi­schen Ge­nos­sIn­nen den Ort von Schlan­gen und Skor­pio­nen und in­stal­lier­ten sa­ni­tä­re An­la­gen. Aber nicht nur die Si­tua­ti­on auf dem Ge­län­de, son­dern die des gan­zen Lan­des war einer der Schwer­punk­te des dies­jäh­ri­gen Camps.

Po­li­ti­sche Lage in Grie­chen­land
Im Zuge der Ju­gend­re­vol­te im letz­ten De­zember fin­gen ver­schie­de­ne Teile der Ge­sell­schaft an, sich auf­zu­leh­nen: Schü­ler-​In­nen und Stu­den­tIn­nen be­setz­ten ihre Schu­len bzw. Uni­ver­si­tä­ten, Lohn­ab­hän­gi­ge mo­bi­li­sier­ten sich und Mi­gran­tIn­nen setz­ten sich ver­stärkt für ihre Rech­te ein. Die Frage stell­te sich, was davon ge­blie­ben ist.
Ob­jek­tiv wurde fest­ge­stellt, dass der Staats-​ und Re­gie­rungs­ap­pa­rat sowie die ex­tre­me Rech­te ge­stärkt aus den Aus­ein­an­der­set­zun­gen her­vor­ge­gan­gen sind. Viele Grie­chIn­nen un­ter­stütz­ten den Ruf der rechts­ex­tre­men Par­tei LAOS nach Ruhe und Si­cher­heit und gaben ihnen bei den Eu­ro­pa­wah­len im Juni 7.​15% der Stim­men. Die Re­gie­rung ih­rer­seits konn­te die Aus­schrei­tun­gen im De­zember als Vor­wand neh­men, um die Re­pres­si­on gegen die durch die Wirt­schafts­kri­se zu­neh­men­den so­zia­len Be­we­gun­gen zu ver­stär­ken und die „Ord­nung“ im Land wie­der­her­zu­stel­len.
Um genau diese „Ord­nung“ wirk­lich in Be­dräng­nis zu brin­gen, hätte es eine Ko­or­di­na­ti­on zwi­schen den ver­schie­de­nen Kämp­fen der be­tei­lig­ten Be­völ­ke­rungs­grup­pen ge­braucht. Da sich zudem die bü­ro­kra­ti­schen Ge­werk­schaf­ten und die ein­fluss­rei­che, aber sehr re­for­mis­ti­sche Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Grie­chen­lands für die Be­ru­hi­gung der Lage ein­ge­setzt hat­ten, konn­ten nie wirk­li­che Al­ter­na­ti­ven zum jet­zi­gen Sys­tem auf­ge­zeigt wer­den.
Trotz allem war die Zeit der Pro­tes­te ver­gan­ge­nes Jahr eine kol­lek­ti­ve Er­fah­rung für die grie­chi­sche Ge­sell­schaft, auf der neue Kämp­fe auf­ge­baut wer­den kön­nen.

An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Neu­grup­pie­run­gen
Ein an­de­rer Dis­kus­si­ons­punkt waren die Ver­su­che in di­ver­sen Län­dern, neue an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Be­we­gun­gen auf­zu­bau­en. Die der­zeit wich­tigs­ten in Eu­ro­pa sind wohl das Bünd­nis Bloco de Es­quer­da in Por­tu­gal, das bei den Eu­ro­pa­wah­len 10.7% der Stim­men er­hielt und die Neue An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Par­tei in Frank­reich (4.9%). Es fan­den immer wie­der De­bat­ten statt, ob der Trotz­kis­mus als mar­xis­ti­sche Me­tho­de noch ak­tu­ell ist und ob man seine an­ti­bü­ro­kra­ti­sche und in­ter­na­tio­na­lis­ti­sche Pra­xis als Grund­la­ge be­nut­zen soll, um sich brei­ter um den Ban­ner des An­ti­ka­pi­ta­lis­mus zu sam­meln.
Auch die IV. In­ter­na­tio­na­le ver­sucht sich die­sen neuen Be­we­gun­gen zu öff­nen und lädt zu ihrem Welt­kon­gress an­fangs 2010 erst­mals mehr Or­ga­ni­sa­tio­nen ein, die nicht Mit­glied der IV. sind, als sol­che, die es sind.

„Net­wor­king“
Für viele Camp-​Teil­neh­mer ist das Aus­tau­schen von Er­fah­run­gen und das Ken­nen­ler­nen an­de­rer Ak­ti­vis­tIn­nen etwas vom Wich­tigs­ten in die­ser Woche. Die­ses Jahr hat z.B. eine ost­eu­ro­päi­sche De­le­ga­ti­on teil­ge­nom­men. Sie er­zähl­te ei­ner­seits davon, wie hart die Wirt­schafts­kri­se die Lohn­ab­hän­gi­gen ihrer Län­der tref­fe, an­de­rer­seits, wie stark die Re­pres­si­on denen ge­gen­über sei, die sich da­ge­gen weh­ren.
Er­freu­lich ist auch, dass Stu­den­tIn­nen aus ver­schie­de­nen Län­dern, die sich im Camp täg­lich tra­fen, eine Platt­form auf­bau­en wer­den, um Er­fah­run­gen im Kampf gegen die Bo­lo­gna­re­form und die Öko­no­mi­sie­rung der Bil­dung aus­zu­tau­schen. Wei­ter wurde dis­ku­tiert, wie sich die Ak­ti­vis­tIn­nen gegen den im De­zember 2009 statt­fin­den­den Welt­kli­ma­gip­fel in Ko­pen­ha­gen en­ga­gie­ren kön­nen. Bei die­sem Gip­fel geht es um die Er­wei­te­rung des Kio­to­pro­to­kolls. Wie jede/r weiss, wird die­ser An­lass eine reine Farce sein und den Herr­schen­den die Mög­lich­keit bie­ten, sich eine grüne Weste an­zu­zie­hen.
Die fort­schrei­ten­de Pre­ka­ri­sie­rung der Lohn­ab­hän­gi­gen, die neuen Be­we­gun­gen in­ner­halb der Lin­ken, die Stu­den­tIn­nen­be­we­gung und der Kampf gegen den Kli­ma­wan­del wer­den u.a. wie­der The­men des nächs­ten Camps sein, das vor­aus­sicht­lich in Pe­ru­gia (Ita­li­en) statt­fin­den wird.

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Aufruf zum Camp 2009 in Griechenland

Die Revolution macht keine Ferien

Seit 26 Jahren ist das Sommercamp der Jugend der IV. Internationale eine einzigartige Möglichkeit für Aktivist­Innen der antikapitalistischen Bewegung aus den verschiedensten Ländern, gemeinsam zu diskutieren, sich auszutauschen, aber auch zu feiern.

Vom 25. bis zum 31. Juli werden hunderte Jugendliche aus ganz Europa zwischen Schweden und dem Spanischen Staat und zwischen Portugal und Russland, aber auch von anderen Kontinenten wie Lateinamerika oder Asien, in Griechenland zusammenkommen.Während des Camps können Freundschaften geknüpft, das Camp in Selbstverwaltung organisiert, sowie die verschiedensten Themen betreffend unserer heutigen Gesellschaft und einer zukünftigen sozialistischen Welt diskutiert werden. Hier ist es möglich, eine Woche lang Debatten zu führen, um Probleme der politischen Theorie, über praktische Erfahrungen aus den sozialen Kämpfen und zur Entwicklung unseres Widerstands gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung. Das Camp ist ein einzigartiger Ort unsere Ideen und Ansichten mit Menschen aus über 15 Nationen auszutauschen. Es ist ein Ort wo all die Erfahrungen zusammenlaufen, die revolutionäre Jugendliche in den verschiedenen Teilen der Erde in der letzten Zeit gesammelt haben. Gelebter Internationalismus und die Orientierung auf den gemeinsamen Kampf für eine bessere Welt werden das Ziel des Camps sein.

Mehr als 80 Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden finden während der Woche statt. Die entscheidenden Fragen der heutigen Gesellschaft werden Thema sein: Krieg, Rassismus, Klimawandel, Rechte der Lohnabhängigen, Feminismus, Sexualität, soziale Kämpfe der Jugend, kapitalistische Globalisierung. Aber auch die globale Entwicklung mit dem Fokus auf den Nahen Osten, Lateinamerika und dem globalen Süden wird nicht zu kurz kommen. Zahlreiche Diskussionen werden sich auch mit der Geschichte der Arbeiter­­Innenbewegung befassen, sowie   die theoretischen Fragen des Internationalismus, des Antikapitalismus und der revolutionären Strategie problematisieren.

Doch wird in der Woche nicht nur diskutiert. Die Location, in der das Sommercamp stattfindet, ist in der Nähe der Stadt Ioannina, landschaftlich sehr schön gelegen mitten in einem Naturschutzgebiet. Die von vielen kleinen Dörfern durchzogene Landschaft rund um das Camp lädt zu ausgiebigen Wanderungen ein. Ein kleiner Fluss direkt am Campplatz bietet zudem die Möglichkeit sich von der Sonne oder auch von der ein oder anderen hitzigen Diskussion abzukühlen. Den Abend kann mensch dann ruhig an der selbstorganisierten Bar ausklingen lassen, oder in der Camp-Disko das Tanzbein schwingen.

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Bericht vom internationalen Vorbereitungstreffen in Amsterdam

Über die Osterfeiertage haben sich Jugendliche der IV. Internationale aus ganz Europa im International Institute for Research and Education in Amsterdam getroffen, um das diesjährige Sommercamp in Griechenland vorzubereiten.

Die Vorbereitungen für das Camp der Jugendlichen der IV. Internationale laufen auf Hochtouren. Die Genoss­­­Innen von OKDE-Spartakos, der griechischen Sektion der IV. Internationale, und von Kokkino, einer mit der IV. sympathisierenden Organisation, stellten in Amsterdam den bisherigen Stand ihrer Vorbereitung dar. Das diesmal eine nicht der IV. angehörende Organisation mit zum Vorbereitungskreis des Camps gehört, ist ein Novum in der Geschichte des Camps. Die griechische Sektion möchte damit die Zusammenarbeit der antikapitalistischen Kräfte im Land stärken.

Das Camp wird vom 25.-31. Juli 60 km von der griechischen Hafenstadt Igoumenitsa entfernt stattfinden. In diesem Jahr werden wir nicht auf einem normalen Campingplatz zelten, wie in den Jahren zuvor, sondern „im freien Feld“, mitten in einem Naturschutzgebiet. In den kommenden Wochen und Monaten wird es für die griechischen Genoss­­­Innen daher noch viel Arbeit geben: Sämtliche Infrastruktur für das Camp, wie z. B. die sanitären Anlagen, muss neu errichtet werden. Lediglich ein Strom- und ein Wasseranschluss sind dort bisher vorhanden. Ein Bach, in dem wir schwimmen und uns etwas abkühlen können, befindet sich am Rande des Camps. Landschaftlich ist der Platz sehr schön in einem Waldgebiet gelegen, sodass auch ein wenig Schatten vorhanden sein wird. Ansonsten wird es sehr heiß werden, auch wenn diese Gegend die „kälteste“ in Griechenland ist.

Was die Anreise betrifft, planen die meisten Genoss­­­Innen aus dem Norden Europas, so auch aus Deutschland, mit dem Interrail-Ticket der Bahn anzureisen. Dies ist die günstigste und umweltfreundlichste Art, nach Griechenland zu kommen. Ab Venedig geht es dann mit der Fähre nach Igoumenitsa.
Mobilisierung
Bisher haben sich schon aus zahlreichen Ländern Delegationen angemeldet. Aus Griechenland wird natürlich ein Großteil der Campteilnehmer­­­Innen kommen, doch auch aus Frankreich, wo die neu gegründete NPA für das Sommercamp mobilisiert, werden weit über 100 Genoss­­­Innen erwartet. Aus den anderen süd­europäischen Ländern, wie dem Spanischen Staat, Italien und Portugal kommen weitere große Delegationen.

Dadurch, dass das diesjährige Camp der IV. Internationale in Griechenland stattfindet, wird es erstmals seit Jahren wieder möglich sein, auch größere Gruppen von Teilnehmer­­­Innen aus dem Balkan, der Türkei und Osteuropa begrüßen zu können. Insgesamt werden über 400 junge Menschen aus über 20 Ländern am Camp teilnehmen.
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