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Das erwartet dich beim internationalen revolutionären Jugend-Sommercamp

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Das erwartet dich beim internationalen revolutionären Jugendcamp im Sommer

Das Sommercamp findet jedes Jahr an einem anderen Ort in Europa statt. Organisiert wird es von den europäischen Jugendorganisationen, die die Vierte Internationale unterstützen. Du musst kein:e Aktivist:in oder Mitglied der Vierten sein, um teilnehmen zu können. Eingeladen sind alle jungen Menschen, die den Wunsch teilen, in einer Welt ohne Unterdrückung und Ausbeutung zu leben.

Gruppenfoto einiger Camp-Teilnehmer:innen

Teil der Teilnehmer:innen eines Sommercamps der vergangenen Jahre

In den letzten Jahren waren die Sommercamps zum Beispiel in Italien, Griechenland, Belgien, Dänemark und in Frankreich. Und es reisen auch oft Teilnehmer:innen aus Nord- und Südamerika, aus Südostasien oder Afrika an. Das Camp richtet sich an Menschen zwischen 14 und 30 Jahren und wird von uns selbst organisiert.

Ein selbstverwaltetes politisches Camp

Das Jugend-Sommercamp ist ein politisches Camp für Einsteiger:innen und Fortgeschrittene mit Vorträgen, Austauschtreffen und Workshops, in denen wir unsere Erfahrungen aus Kämpfen austauschen und internationale Solidarität ausüben. Es ist natürlich auch eine Woche, in der wir Spaß haben und feiern!

6 Tage lang versuchen wir eine Organisationsform auszuprobieren, die der selbstverwalteten Gesellschaft, die wir anstreben, so nahe wie möglich kommt. Aktivist:innen und Teilnehmer:innen leiten das Camp gemeinsam: von politischen bis zu praktischen Aspekten. Selbstverwaltung ist auch eine andere Art, über unsere Beziehungen nachzudenken: Unterdrückendes Verhalten wird nicht akzeptiert, und wenn Konflikte auftreten, werden sie gemeinsam gelöst.

Tausch dich aus mit Aktivist:innen aus anderen Ländern

Wenn du dich entspannen und dabei mit anderen Menschen über deren politische Situation und ihre Erfahrungen austauschen möchtest, dann bist Du auf dem Sommercamp genau richtig! Es werden mit dir auch Menschen aus zahlreichen weiteren Ecken Europas dabei sein: Feminist*innen aus Frankreich, britische Umweltaktivist*innen oder italienische Antifas.

Neben den Menschen, die du treffen kannst, gibt es dutzende Workshops und Diskussionen zu vielen Themen, wie etwa zur revolutionären Bewegung in Kurdistan oder zu ökologischen Kämpfen. Wenn Du möchtest, kannst Du auch was zum Kampf gegen sexuelle Gewalt oder zu Frauenkämpfen erfahren. Oder mit anderen diskutieren, wie ein nichtkapitalistischer Gesellschaftsentwurf aussehen könnte, um den es sich zu kämpfen lohnt. Demokratische Selbstverwaltung inklusive.

Wann und wo ist das Camp und wer nimmt teil?

Im Sommer, meist Ende Juli schlagen wir unsere Zelte auf einem lauschigen Zeltplatz irgendwo in Europa auf.

Das Camp wird regelmäßig von 300 bis 400 jungen Menschen aus den verschiedensten Ländern rund um den Globus besucht. Die meisten Teilnehmer*innen sind Mitglieder der Vierten Internationale, sympathisieren mit dieser Organisation oder engagieren sich zusammen mit Menschen aus dieser Organisation aktiv in verschiedenen Bewegungen. 

Mit dabei waren in den letzten Jahren Teilnehmer*innen aus: Belgien, Brasilien, Dänemark, Niederlande, Polen, Portugal, Russland, Kanada, Griechenland, Spanischer Staat, Indonesien, Philippinen, Mexiko, Serbien, USA, Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Italien…

Große Delegationen kommen meist aus Frankreich, Italien und dem Spanischen Staat selbst. Insgesamt nehmen Menschen aus ca. 25 bis 30 verschiedenen Ländern am Camp teil.

Falls du dich jetzt fragst, auf welcher Sprache mensch miteinander redet: Keine Sorge, es gibt Übersetzungen – auch auf deutsch. Genauere Informationen hierzu findest du weiter unten unter dem Punkt „Selbstorganisation“.

Spannendes Seminarprogramm

Das Camp ist in Thementage/Themenblöcke eingeteilt. So musst du dich nicht entscheiden, ob du lieber etwas z.B. zu Frauen oder Arbeitskampf wissen möchtest, sondern kannst dich Schritt für Schritt in jedes der Themen tiefer einarbeiten und dir Veranstaltungen suchen, die dich interessieren. Das bietet dir eine großartige Gelegenheit, dich über die Situation in den verschiedenen Ländern auszutauschen und über die jeweiligen Kämpfe vor Ort zu sprechen.

Workshopangebot an einem Thementag

Fragen könnten zum Beispiel sein: Ist der Kapitalismus in einer Krise? Was macht die Krise aus, politisch, wirtschaftlich und ökologisch? Gibt es immer noch eine Arbeiter*innenklasse und wenn ja, wie sieht sie heute aus? Wie sind Imperialismus und Kolonialismus verwoben? Und vor welche Herausforderungen stellt uns das?

Der Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen ist stets ein zentrales Thema. Dazu diskutieren wir Erfahrungen in den verschiedenen Ländern und besprechen welche Auswirkungen der Klimawandel hat. Wir diskutieren intensiv, wie eine ökologische Gesellschaft aussehen muss und wie wir diese erkämpfen können. Natürlich sprechen wir auch über die Gefahr der Rechtsextremen und Faschisten und die die Bewegungen, die es dagegen in den verschiedenen Ländern gibt.

Die patriarchale Unterdrückung und die Kämpfe dagegen – wie z.B. gegen Abtreibungsverbote – ist ein weiteres wichtiges Thema. Auch der Kampf gegen die Unterdrückung von LGBTI* spielt immer eine wichtige Rolle.

Zum Ende geht es um die Revolution: Wie kommen wir da hin? Wird eine Revolution heute überhaupt noch so aussehen wie vor 100 Jahren? Welche Rolle hat die arbeitende Bevölkerung? Wie wollen wir uns organisieren?

Ein detailliertes Programm, auch mit geplanten Workshops, gib es demnächt hier online.

Verschiedene Formate zum Diskutieren

In jedem der Themenblöcke kannst du zwischen verschiedene Arten wählen, dich mit den Inhalten zu beschäftigen. Du hast verschiedene Angebote zur Auswahl, wie z.B. Podiumsdiskussionen (Foren), Workshops, Vorträge und so genannte Rallys. Während bei den Vorträgen der Fokus auf dem Input liegt, steht bei den Workshops die Diskussion im Vordergrund. Die Rallys finden zumeist am Abend als inhaltlicher Abschluss eines Tages statt. Die Atmosphäre und die Inputs haben eher einen Charakter, wie du ihn von Reden auf Kundgebungen und Demonstrationen her kennst.

Austausch und Diskussion

Neben dem sehr umfangreichen Seminarprogramm gibt es aber natürlich auch die Möglichkeit zum persönlichen Austausch. Die meisten Teilnehmer*innen des Camps suchen sich spontan und gezielt einige für sie interessante Angebote heraus, die sie besuchen. In den Zeiten dazwischen entspinnen sich stets intensive Diskussionen.

Wer genauere Informationen zu einem anderen Land bekommen möchte ist allerdings nicht ausschließlich darauf angewiesen eine*n Teilnehmer*in aus diesem Land zu finden. Im Tagesplan enthalten sind sog. Interdelegationstreffen, bei denen sich die Campteilnehmer*innen aus verschiedenen Ländern zusammensetzen. Diese Treffen bieten eine gute Möglichkeit, sich über politische Erfahrungen, soziale Bewegungen und die aktuelle klassenpolitische Entwicklung in den jeweiligen Ländern auszutauschen.

Feminismus, FLINTA und LGBTIQ

Neben den Workshops und Vorträgen zur Emanzipation von FLINTAs und LGBTIQ-Menschen finden täglich sogenannte FLINTA-spaces und LGBTIQ-spaces statt. Hier gibt es die Möglichkeit ohne Fremdbestimmung als FLINTAs, bzw als LGBTIQ-Personen untereinander zu diskutieren. Hier können Themen zur Sprache kommen, deren Diskussion in Anwesenheit von heterosexuellen Männern oft schwerfällt. Auf vergangenen Camps wurde sich beispielsweise über das Verhältnis zum eigenen Körper, zur eigenen Sexualität oder zur besten Möglichkeit einen Orgasmus zu bekommen ausgetauscht.

LGBTIQ- und FLINTA-Partys

Eine weitere, besondere Erfahrung bieten die beiden Partys, die den jeweiligen Gruppen gewidmet und von ihnen organisiert sind. Die Frauenparty ist für die meisten Teilnehmerinnen das erste Mal, dass sie nur mit FLINTAs (soll heißen: Menschen, die sich selbst als FLINTAs definieren), frei von männlichem Verhalten, tanzen und feiern können.

Der LGBTIQ-Space auf einem der vergangenen Camps

Die Party wird vom FLINTA-Space organisiert, dadurch können FLINTAs Aufgaben übernehmen, die sie sonst oft ihren männlichen Genoss*innen abzutreten pflegen, wie etwa DJ-ing, technischer Aufbau und vieles andere.

Ein bisschen anders sieht es bei der LGBTIQ-Party aus. Zwar wird auch sie durch den entsprechenden Space, dem LGBTIQ-Space, vorbereitet. Aber sie ist offen für alle Camp-Teilnehmer:innen, die bereit sind, für einen Abend ihre anerzogenen heterosexuellen Verhaltensweisen zurückzustellen.

Tanzen, Spaß und Freizeit

Zusätzlich zu den beiden bereits genannten Partys (FLINTA- und LGBTIQ-Party) gibt es natürlich auch an den übrigen Abenden die Möglichkeit zu tanzen. In manchen Jahren gibt es neben der allabendlichen Party auch Live-Acts.

Bei spontanen und nicht immer ganz ernst gemeinten Demos über das Campgelände (beispielsweise gegen übermäßig viele Nudeln auf dem Speiseplan, verstopfte Toiletten oder zuviel Regen) können die Demokulturen der verschiedenen Länder ganz praktisch ausgetauscht und verglichen werden.

Neben dem Seminarprogramm mit theoretischen Themen, finden auch immer wieder praktische Workshops statt, wie etwa Arbeiter:innenlieder singen oder Workshops zu Demotaktiken.

Auf dem Camp gibt es abends viele Möglichkeiten sich zu amüsieren.

Erlebe Selbstorganisation

Die Teilnehmer*innen organisieren das Camp selbstständig. Von Security und Awareness über die Camp-Bar bis hin zum Putzen der Toiletten werden die verschiedenen Dienste von den Teilnehmenden übernommen. Inhaltlich und organisatorisch bereiten junge Genoss:innen aus verschiedensten Ländern in den vorangehenden Monaten gemeinsam das Camp vor.

Auch die Übersetzungen werden selbstverwaltet organisiert. Bei den großen Veranstaltungen (Vorträge, Plenum) gibt es stets eine Simultanübersetzung in mehrere Sprachen, die aber von Teilnehmer*innen geleistet wird. Bei den Workshops und Interdelegationstreffen gibt es eine Flüsterübersetzung, die je nach Bedarf von den Teilnehmer:innen des Workshops übernommen wird.

Auf dem Camp selbst werden organisatorische Entscheidungen durch den Camp-Rat getroffen. Hier soll Rätedemokratie einmal praktisch erfahrbar gemacht werden. Morgens und abends finden zwischen den Teilnehmer:innen die aus dem gleichen Land kommen oder eine gemeinsame Sprache sprechen Delegationstreffen statt. Hier werden Kritik, Positives und Anregungen gesammelt, die abends von Delegierten in den Camp-Rat getragen und dort diskutiert werden.

Campbeitrag und Campwährung

Für die Teilnehmer*innen aus Deutschland hat der Beitrag für das Camp in den letzten Jahren bei ca. 150 Euro gelegen. Darin inbegriffen ist nicht nur die Gebühr für den Campingplatz, veganes und vegetarisches Essen, die Übersetzungstechnik u.ä., sondern auch ein Solibeitrag für Menschen aus Ländern mit geringerem Durchschnittseinkommen, die am Camp teilnehmen möchten. Für viele Teilnehmer*innen, z.B. aus den südeuropäischen Ländern, wäre eine Teilnahme sonst nicht möglich.

Blick von den Übersetzungskabinen in das große Forumszelt. Auch die Simultanübersetzungen sind selbstorganisiert.

Aus den gleichen Überlegungen heraus gibt es auf dem Camp eine eigene Währung, für die auf dem Campgelände Eis, (alkoholische) Getränke und Snacks gekauft werden können. Der Umtauschkurs richtet sich, wie auch der Campbeitrag, nach dem Durchschnittseinkommen in den jeweiligen Ländern.

Aber auch in Deutschland verdient nicht jede*r ein Durchschnittseinkommen. Daher gibt es seit einigen Jahren einen Solifonds, aus dem für Menschen aus Deutschland, die nicht genügend Geld haben, ein Zuschuss gezahlt werden kann. Eine Teilnahme interessierter Menschen soll nicht am fehlenden Geld scheitern!

Deine Anreise

Wir sind bemüht, euch zu unterstützen, eine günstige und bequeme Anreisemöglichkeit zu finden. Wenn ihr euch hierbei Hilfe wünscht, könnt ihr uns anschreiben und wir stellen Kontakt zu anderen Teilnehmer:innen her, die mit Bus, Auto oder Bahn anreisen oder geben Tipps, welche Linienbusse/Bahnverbindungen geeignet sind.

Deine Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt per Mail oder Online-Formular. Aus organisatorischen Gründen ist es wichtig, dass du dich bis spätestens zum 1. Juli anmeldest. Wenn du dich aus besonderen Gründen erst später anmelden kannst, schreibt uns trotzdem! Möglicherweise sind dann jedoch keine Plätze mehr frei.

Wir freuen uns mit dir gemeinsam auf eine Woche voller Austausch über politische Kämpfe, gelebte Solidarität, spannende Workshops und viel Feiern.

Anmeldungen, Anregungen und weitere Infos: sommercamp~at~intersoz.org

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sommercamp@intersoz.org
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